Heimat 1

Nach der erfolgreichen Umsetzung der „Konferenz der Konkurrenten“ zur Bewerbung Dresdens als Kulturhauptstadt Europas 2025 im September 2017 im Kulturpalast organisiert das Kulturhauptstadtbüro 2025 der Landeshauptstadt Dresden in Partnerschaft mit dem Netzwerk Kultur Dresden in diesem Jahr eine Workshop-Reihe, die die Themenschwerpunkte der Konferenz mit lokalen Akteuren vertieft.

Unser Ziel ist es, gemeinsam über die Nutzung und Erschließung von Räumen für Kultur und Kunst im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung zu sprechen, die im Bewerbungsprozess von grundlegender Bedeutung sind.

Am 10. September 2018 lud das Netzwerkkultur zu folgendem Fachforum ins projekttheater dresden, Louisenstraße 47, 01099 Dresden ein:

Heimat – im Plural“

Über Jahrzehnte hinweg verständigten sich viele Intellektuelle, Stadtakteure und Kulturleute stillschweigend auf Martin Walsers Zuschreibung, Heimat sei „der schönste Name für Zurückgebliebenheit“. Heimat war verstaubt und rückständig, im besten Falle noch sentimentale Erinnerung, im schlimmsten Falle revisionistisch. Die Beschäftigung mit Heimat wurde an die Universitäten verbannt. Spätestens mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Öffnung der Welt galt Heimat in manchen Kreisen als abgeschafft. Das menschliche Bedürfnis nach Verortet-Sein, das im Konstrukt Heimat angelegt ist, wurde übergangen. Die Neue Rechte hat dieses Bedürfnis schon früh ernstgenommen. Zunächst markierte sie die Auflösung von Grenzen und das Verschwinden von Unterschieden zwischen den Kulturen als Problem. Daran anschließend entwickelte sie Heimat als Gegenentwurf zur Transnationalisierung und Fragmentierung der Welt. Eng daran knüpfte sie Begriffe wie Sicherheit, Vertrautheit, Ordnung und Schutz. Heimat, so wird beschworen, erwerbe der Mensch durch die Geburt an einem bestimmten
Ort und in einer bestimmten Kultur, Heimat sei, – ein biografischer Fakt, der uns voneinander unterscheide. Diese Unterscheidung wiederum bietet – ins Politische gewendet – die Grundlage für Ausgrenzung und Ausschluss.
Die abgeschaffte Heimat kehrt also unter einwanderungskritischen und lokalpatriotischen Vorzeichen zurück und findet viele Anhänger – in ganz Europa.
Zielstellung:
Aufgrund dieser Entwicklungen scheint es notwendig, sich im Rahmen einer Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt mit Heimat auseinanderzusetzen, die zunehmend als politischer Kampfbegriff instrumentalisiert wird.
Wir laden Sie deshalb herzlich ein, über folgende Themen gemeinsam nachzudenken:
Von der Akzeptanz eines Phänomens – historische und kulturgeschichtliche Analyse des Heimatbegriffs, politische Instrumentalisierung des Begriffs

Impulsvorträge:

Dr. Johannes Schütz, Lehrstuhl für neuere und neueste Geschichte, TU Dresden
Dr. Sönke Friedreich, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.

Ablaufplan:

14:30 Check-In
15:00 Begrüßung durch Frau Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur und Tourismus Impulsvorträge von Dr. Johannes Schütz und Dr. Sönke Friedreich
15:30 Fachforum 1. Runde: Von der Sehnsucht des in der Welt-Verankert-Seins
16:30 Pause
17:00 Fachforum 2. Runde: Beheimatet euch!
18:00 Präsentation der Ergebnisse des Fachforums
18:30 Ende des Fachforums

Auf dem Weg zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 freuen wir uns über einen nachhaltigen Erfahrungsaustausch und eine spannende Veranstaltung mit Ihnen.

Am 04. Juni 2018 fand folgendes Fachforum im Veranstaltungssaal der Zentralbibliothek im 1. OG statt: